Kraftstoffkennzeichnung auf einen Blick: E5, E10, B7, XTL und AdBlue richtig lesen

Kraftstoffsymbole verstehen, die richtige Sorte prüfen und Verwechslungen an der Zapfsäule vermeiden.

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Kurz erklärt: Die Form des Symbols an der Zapfsäule zeigt die Kraftstoffart: Kreis für Benzin, Quadrat für Diesel, Raute für Gas. Die Beschriftung im Symbol, zum Beispiel E10, B7 oder XTL, nennt die Sorte. Symbol an Zapfsäule, Zapfpistole und Tankklappe müssen zusammenpassen. Ob eine Sorte für Ihr Fahrzeug freigegeben ist, steht in der Betriebsanleitung.

1. Die drei Symbole an der Zapfsäule

Die Kennzeichnung gilt EU-weit an öffentlichen Tankstellen: an der Zapfsäule und an der Zapfpistole. Bei neu produzierten Fahrzeugen wird sie seit Oktober 2018 auch im Bereich der Tankklappe und in der Betriebsanleitung angebracht. Bei älteren Fahrzeugen kann der Aufkleber fehlen.

Symbole, Kraftstoffarten und typische Sorten
SymbolKraftstoffartBedeutung der BeschriftungTypische Sorten
benzin e10Kreis Benzin E mit Zahl: Anteil an Bioethanol. E5 enthält bis zu 5 %, E10 bis zu 10 %. Super E5, Super E10, Super Plus, Premium-Benzin
diesel b7Quadrat Diesel B oder XTL. B steht für den Biodiesel-Anteil, XTL für paraffinischen Diesel. Diesel B7, B10, XTL (zum Beispiel HVO100), Premium-Diesel
gas lpgRaute Gas LPG: Autogas aus Propan und Butan. CNG: komprimiertes Erdgas oder Biomethan. Autogas, Erdgas, Biomethan

Merkhilfe: Erst die Form, dann die Beschriftung. Zusätzlich müssen Herstellerfreigabe und bei Benzin die geforderte Oktanzahl passen. Die Farbe der Zapfpistole ist keine verlässliche Orientierung.

2. Benzin: E5, E10 und mehr

Alle Benzinsorten tragen den Kreis. Entscheidend sind Ethanolanteil, Oktanzahl und die Freigabe Ihres Herstellers.

Benzinsorten im Überblick
SorteBeschreibungGut zu wissen
Super E5 (95 ROZ)Bis zu 5 % Bioethanol, der klassische Kraftstoff für Benzinmotoren.Für Fahrzeuge ohne E10-Freigabe kommt E5 infrage. Auch dabei muss die geforderte Oktanzahl passen; manche Motoren benötigen Super Plus.
Super E10 (95 ROZ)Bis zu 10 % Bioethanol, meist etwas günstiger als E5.Vor dem Tanken die Herstellerfreigabe prüfen, nicht jedes Fahrzeug ist freigegeben.
Super Plus (98 ROZ)Höhere Klopffestigkeit, vor allem für sportliche Motoren und Premium-Fahrzeuge.Eine niedrigere Oktanzahl als vom Hersteller gefordert vermeiden, sie kann zu Klopfen führen.
Premium-Benzin (100 bis 102 ROZ)Markenkraftstoffe mit besonderen Reinigungszusätzen.Ob sich ein Vorteil ergibt, hängt vom Motor und seiner Auslegung ab. Die Herstellervorgaben bleiben maßgeblich.
E85Bis zu 85 % Ethanol.Nur für Flex-Fuel-Fahrzeuge, in anderen nicht tanken.

Im Zweifel: Betriebsanleitung und Tankklappe nennen die zulässigen Sorten. Fehlt eine klare Angabe, fragen Sie Ihren Hersteller oder Ihre Werkstatt, bevor Sie E10 oder E85 tanken.

3. Diesel: B7, B10 und XTL

Das Quadrat steht für Diesel. B steht für den Biodiesel-Anteil, XTL für paraffinischen Diesel wie HVO100.

Dieselsorten im Überblick
SorteBeschreibungGut zu wissen
Diesel B7Der Standarddiesel mit bis zu 7 % Biodiesel (Fettsäuremethylester, FAME).Im Zweifel die sichere Wahl, wenn Sie keine Freigabe für andere Sorten kennen.
Diesel B10Bis zu 10 % Biodiesel. Seit Mai 2024 an Tankstellen erlaubt, aber nicht überall im Angebot.Nur mit Freigabe tanken. Wer B10 oder XTL anbietet, muss grundsätzlich auch B7 anbieten; für kleine und nichtöffentliche Abgabestellen gibt es Ausnahmen.
XTL, zum Beispiel HVO100XTL ist die Kennzeichnung für paraffinischen Diesel. HVO100 ist eine Variante; XTL kann auch aus anderen, einschließlich fossilen Rohstoffen hergestellt werden. Das Symbol allein belegt keine bestimmte Treibhausgasminderung.Freigabe für das konkrete Fahrzeug und den Motor prüfen. Das gilt auch bei neueren Modellen.
Premium-DieselMarkenkraftstoffe mit besonderen Zusätzen.Auf die Kennzeichnung an der Säule achten, dort steht die genaue Sorte.

Warum die Freigabe zählt: Das Bundesumweltministerium empfiehlt, die Verträglichkeit vor der ersten Betankung mit B10 oder XTL beim Hersteller oder Händler zu klären. Für Dieselfahrzeuge ohne nachgewiesene Freigabe bleibt B7 die Wahl. Modell, Motor und Baujahr können entscheidend sein.

4. Wo steht, was mein Auto braucht?

Vier Stellen verraten die richtige Sorte. Prüfen Sie sie einmal in Ruhe, nicht erst an der Zapfsäule.

  1. Tankklappe oder Tankdeckel: Ein Aufkleber innen nennt meist Kraftstoffart und zulässige Sorten, oft mit dem passenden Symbol.
  2. Betriebsanleitung: Sie nennt die zulässigen Sorten, die Oktanzahl und Hinweise zu E10, B10 und XTL.
  3. Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein): Sie enthält Angaben zur Kraftstoffart Ihres Fahrzeugs.
  4. Hersteller oder Werkstatt: Bei Unsicherheit zu E10, B10 oder XTL fragen Sie nach der Freigabe für genau Ihr Modell und Baujahr.

Mietwagen und Firmenfahrzeuge: Die Kraftstoffart steht meist an der Tankklappe und im Mietvertrag. Im Zweifel den Vermieter fragen.

5. Der 3-Sekunden-Check an der Zapfsäule

  1. Form prüfen: Kreis, Quadrat oder Raute. Passt sie zur Kraftstoffart Ihres Fahrzeugs?
  2. Beschriftung lesen: E5, E10, B7, B10 oder XTL. Ist genau diese Sorte freigegeben?
  3. Mit der Tankklappe vergleichen: Symbol an der Zapfpistole und Aufkleber an der Tankklappe müssen übereinstimmen.

6. Hybrid, AdBlue und Gas

Hybrid und Plug-in-Hybrid

  • Getankt wird der Kraftstoff, den der Verbrennungsmotor braucht, also Benzin oder Diesel.
  • Der Ladeanschluss ist ein separater Zugang und hat mit dem Tankstutzen nichts zu tun.
  • Der Verbrennungsmotor kann automatisch starten. Nach einer Fehlbetankung das Fahrzeug daher vollständig ausschalten.

AdBlue

  • AdBlue ist eine wässrige Harnstofflösung für die Abgasreinigung moderner Dieselmotoren und kein Kraftstoff.
  • Es gehört ausschließlich in den separaten AdBlue-Einfüllstutzen, nie in den Dieseltank.
  • Gelangt AdBlue in den Dieseltank: nicht starten, Zündung aus, Hotline anrufen.

LPG und CNG

  • Autogas (LPG) und Erdgas (CNG) tankt man nur mit einer dafür ausgelegten Gasanlage.
  • Die Raute kennzeichnet gasförmige Kraftstoffe. LPG und CNG sind nicht untereinander austauschbar; auch LNG und Wasserstoff (H2) haben eigene Beschriftungen.
  • Bei einer Umrüstung sind zusätzlich die Unterlagen der Gasanlage und die Eintragung in den Fahrzeugpapieren maßgeblich.

7. Wann wird es kritisch? Verwechslungen im Überblick

Eine Orientierung nach Schweregrad. Maßgeblich sind die Betriebsanleitung und die Beurteilung durch Fachpersonal.

Verwechslungen nach Schweregrad
EinstufungVerwechslungHinweis
Kritisch: nicht startenBenzin im DieseltankBenzin schmiert die Hochdruckpumpe nicht wie Diesel.
Kritisch: nicht startenDiesel im BenzintankDer Motor kann unrund laufen, die Abgasanlage wird belastet.
Kritisch: nicht startenAdBlue im DieseltankWässrige Lösung im Kraftstoffsystem, Schäden sind möglich.
Freigabe prüfenE10 ohne HerstellerfreigabeVor dem Tanken Freigabe und Oktanzahl prüfen. Bereits getankt und keine Freigabe? Vor dem Start Hersteller oder Werkstatt kontaktieren.
Freigabe prüfenB10 oder XTL ohne FreigabeOhne Freigabe nicht weiterfahren oder starten, sondern Hersteller oder Werkstatt für das konkrete Fahrzeug fragen.
Individuell klärenB10 statt B7 versehentlich getanktMit B10-Freigabe zulässig. Ohne Freigabe vor dem Start beim Hersteller oder der Werkstatt nachfragen; eine allgemeine Entwarnung ersetzt die Freigabe nicht.
Meist unkritischHöhere Oktanzahl als gefordertIn der Regel unproblematisch, wenn Ethanolanteil und alle übrigen Kraftstoffanforderungen ebenfalls passen.

Im Zweifel auch bei „meist unkritisch" kurz beim Hersteller nachfragen.

8. Falsch getankt? Das tun Sie jetzt

  1. Zündung aus, Motor nicht starten.
  2. Weitere Aktivierungen vermeiden: Bei manchen Fahrzeugen läuft die Vorförderpumpe schon beim Entriegeln oder Öffnen der Fahrertür. Bereits passiert? Nicht erneut starten, sondern beim Notruf angeben. Die Sicherheit von Personen geht vor.
  3. Nicht fahren, nichts nachfüllen.
  4. Absichern: Tankstellenpersonal informieren, nicht rauchen und Personen in Sicherheit bringen. Falls der Motor schon läuft: an einem sicheren Ort anhalten, ausschalten und nicht erneut starten.
  5. Hotline anrufen: 0800 723 69 23 (kostenlos, 24 Stunden, 7 Tage).

0800 723 69 23 anrufen

Mehr dazu im Tankpannen-Ratgeber mit Szenarien für Benzin, Diesel und AdBlue.

9. Häufige Fragen

Was bedeutet B7 an der Zapfsäule?

B7 ist Diesel mit bis zu 7 % Biodiesel (FAME). Anbieter von B10 oder XTL müssen grundsätzlich auch B7 anbieten; für kleine und nichtöffentliche Abgabestellen gelten Ausnahmen.

Was ist der Unterschied zwischen E5 und E10?

E5 enthält bis zu 5 % Bioethanol, E10 bis zu 10 %. Die E-Kennzeichnung legt keine Oktanzahl fest: Super E5 und Super E10 haben üblicherweise 95 ROZ, Super Plus kann ebenfalls E5 sein und hat 98 ROZ. Herstellerfreigabe und Oktanzahl getrennt prüfen.

Darf ich B10 oder HVO100 tanken?

Nur, wenn der Hersteller Ihr Fahrzeug dafür freigegeben hat. Ohne Nachweis tanken Sie besser Diesel B7.

Was tun, wenn ich AdBlue in den Dieseltank gefüllt habe?

Nicht starten, Zündung aus, nicht fahren und die Hotline anrufen.

10. Broschüre als PDF herunterladen

Die achtseitige Broschüre „Kraftstoffkennzeichnung auf einen Blick“ erklärt Symbole und Kraftstoffsorten mit Grafiken und enthält die wichtigsten Sofortmaßnahmen. Redaktionell aktualisierte Fassung vom 24. Oktober 2026; die HTML-Seite ergänzt sie um häufige Fragen und aktuelle Quellen.

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