In der Nacht von 1. auf 2. Juli wurde bei der Gutmann-Tankstelle in Vomp an einer Zapfsäule Diesel statt Benzin ausgegeben. Betroffene wurde nur auf deren Nachfrage von dem Unternehmen informiert. Geschädigten wird bei der AK Tirol geholfen.

Wie in einem schlechten Film dürfte sich ein Tiroler gefühlt haben: Erst tankte er bei Gutmann in der Gewerbezone in Vomp – zumindest laut Zapfhahn – Benzin, und bald darauf blieb das Auto mit Motorschaden liegen. Der Kunde dachte noch, es sei seine Schuld. Als er am nächsten Tag die abgeklebten Benzin-Zapfsäulen bei der Tankstelle bemerkte, fragte er nach – und erfuhr, dass in der Nacht dort Diesel statt Benzin ausgegeben worden war, und konnte sofort ein Schadenersatzformular ausfüllen. „Aber von sich aus hat Gutmann nicht alle Betroffenen informiert oder Informationen veröffentlicht. Damit nimmt man bewusst in Kauf, das Nichtsahnende auf Reparaturkosten sitzen bleiben. Ganz zu schweigen vom Unfallrisiko durch die falsche Betankung“, kritisiert AK Präsident Erwin Zangerl. Die AK Expertinnen und Experten helfen unter Tel. 0800/22 55 22 – 1818.

Fehler können jedem passieren. Aber wenn ein Unternehmen nach einem schwerwiegenden Fehler nicht von sich aus alles unternimmt, um nichtsahnende Kunden zu informieren und zu warnen, sondern vielmehr in Kauf nimmt, dass sie schwere Schäden erleiden können, dann macht das fassungslos. So geschehen bei der Gutmann-Tankstelle in Vomp nach einem fatalen Missgeschick.

Die Fakten

Bei der AK Tirol sind Sachverhaltsdarstellungen und Beschwerden betreffend die Gutmann-Tankstelle in der Gewerbezone in 6134 Vomp eingegangen. Laut Angaben der Konsumenten wurde dort in der Nacht vom 1. Juli auf den 2. Juli 2020 in einem Zeitraum von 10 bis 14 Stunden über eine oder mehrere Benzin-Tanksäulen tatsächlich Dieseltreibstoff statt Benzin ausgegeben.
Nachdem der Fehler vom Unternehmen bemerkt wurden war, wurden am 2. Juli an dieser Tankstelle die Tanksäulen für Benzin abgeklebt.

Mehrere Konsumenten haben auf deren Nachfrage die Bestätigung erhalten, dass während der Abend- und Nachtstunden der falsche Treibstoff ausgegeben wurde. Ihnen wurden auch die Anmeldung von Schadenersatzforderungen über eine Versicherungsagentur angeboten und Daten aufgenommen.

Wer nicht von sich aus draufkommt, bleibt auf der Strecke?

Was die Konsumenten jedoch verärgert und letztlich dazu bewogen hat, sich an die AK Tirol zu wenden, war die Wahrnehmung, dass das Unternehmern von sich aus nichts unternommen hat, um betroffene Kunden zu warnen bzw. auf Schadenersatzleistungen aufmerksam zu machen: Nicht einmal in der Tankstelle waren demnach Informationen ausgehängt, auch auf der Webseite stand keine Information, die etwa Reisende, die auf der Durchfahrt durch Vomp getankt hatten, prüfen hätten können.

Das zeigt etwa der Fall eines Betroffenen, der in der Nacht getankt und bald darauf einen Motorschaden erlitten hat. Das Fahrzeug konnte nicht mehr bewegt werden und musste abgeschleppt werden, Reparaturkosten von weit über 1.000 Euro waren die Folge. Er nahm zunächst an, dass er den Motorschaden selbst verursacht hätte. Nur weil er rein zufällig am nächsten Tag die „abgeklebten“ Benzin-Zapfsäulen sah und in der Tankstelle nachfragte, wurde er darüber informiert, dass er selbst gar keine Schuld an dem Schaden seines Fahrzeugs hatte und konnte sofort seine Forderungen anmelden.

Als die AK Tirol vom Vorfall erfuhr, ersuchte sie die Firma Gutmann dringend um Stellungnahme und Information, warum weder an der Tankstelle per Aushang oder auf deren Webseite über diesen Vorfall informiert würde, und welche Maßnahmen zur Information und zum Schutz der betroffenen Kunden getroffen wurden, etwa über die Kennzeichen auf Basis der Überwachungsvideos.

Nur „Großteil der Kunden“ vom Unternehmen informiert

Doch erst 11 Tage (!) später ließ die Firma Gutmann direkt über ihren Rechtsanwalt ausrichten, dass die Fehlbetankung mit Diesel über die Benzin-Tanksäulen nicht in Abrede gestellt werde. Es handle sich aber nur um eine geringe Menge Diesel, wenige Fahrzeuge und einen Zeitraum von weniger als 14 Stunden. Man habe einen „Großteil der Kunden“ informieren können, Schadenersatzforderungen würden anerkannt.

Übrigens blieb der Rechtsanwalt der Firma Gutmann in seinen Ausführungen relativ allgemein. Obwohl etwa die AK Tirol darauf verweist, dass die Kontaktaufnahme wegen Beschwerden von Konsumenten erfolgte, die eben nicht vom Unternehmen informiert worden waren, ging er nicht näher darauf ein. Weitere präventive Maßnahmen etwa wie angesprochen durch Aushang oder Information über die Webseite seien „nicht erforderlich“. Im Übrigen sei man „befremdet“, dass sich die AK Tirol als Konsumentenschutzeinrichtung an das Unternehmen wenden würde und schulde keinerlei Information.

Alle Betroffenen haben Anspruch auf Schadenersatz

„Unter Kundenservice verstehen wir etwas anderes. So ein Verhalten ist inakzeptabel. Damit nimmt das Unternehmen bewusst in Kauf, das Nichtsahnende auf Reparaturkosten sitzen bleiben. Ganz zu schweigen vom Unfallrisiko durch die falsche Betankung“, kritisiert AK Präsident Erwin Zangerl.

Deshalb informiert die AK Tirol, dass alle betroffenen Kunden Schadenersatzansprüche gegenüber der Firma Gutmann haben, insbesondere bezieht sich dies auf die volle Höhe der kausal durch die Fehlbetankung verursachten Abschlepp- und Reparaturkosten, sowie auch einen Erstattungsanspruch hinsichtlich des Tankinhaltes. Betroffene können sich bei Bedarf an die AK Tirol wenden.

Die AK Konsumentenschützer helfen unter Tel. 0800/22 55 22 – 1818.

Stellungnahme Fa. Gutmann:

Am Abend des 01. Juli 2020 gab es eine, durch menschliches Versagen entstandene, Kraftstoffvermischung an unserem Standort in Vomp. Der Tankwagenfahrer füllte fälschlicherweise Diesel über den Füllschacht in den Benzinbehälter ab. Betroffen davon war eine einzelne Zapfsäule und rund ein Dutzend Tankvorgänge.
Als wir in den Morgenstunden des 02. Juli 2020 davon Kenntnis erlangten, wurde umgehend die Tankstelle gesperrt, eine Spezialfirma beauftragt, sowie die Versicherung verständigt. Gleichzeitig wurde damit begonnen das Kassenjournal zu analysieren, die Videoaufzeichnungen auszuwerten und Proben zu entnehmen. Schon während dieser Auswertungen meldeten sich die ersten betroffenen Kunden. Diese wurden von unserer Versicherung betreut und abgewickelt. Ebenso wurde nach der Wiedereröffnung der Tankstelle eine Kundeninformation vor Ort ausgehangen.
Als sich die Rechtsabteilung der AK Tirol mit einem Brief an uns wandte und detaillierte Informationen zu den gesetzten Maßnahmen forderte, wurde dieses Schreiben von uns auch angemessen beantwortet.

Zu diesem Zeitpunkt waren uns alle betroffenen Kunden bekannt und die Schadensregulierung war bereits im Laufen. Deshalb sahen wir keinen Grund einen ungezielten Kundenaufruf zu starten.
Neben der Schadensregulierung der Versicherung wird der getankte Betrag selbstverständlich an die Kunden rückerstattet. Als weiteren Schritt wird den Betroffenen ein persönliches Entschuldigungsschreiben zugesandt.
„Wir bedauern den Vorfall, dennoch haben wir umgehend und im Rahmen unserer datenschutzrechtlichen Möglichkeiten gehandelt“, heißt es auf der Hompage des Unternehmens.

Quelle: https://www.meinbezirk.at/schwaz/c-lokales/diesel-statt-benzin-bei-der-gutmann-tankstelle-vomp_a4162761

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